Häufig sind Pilates Übende unsicher, wie viele Wiederholungen einer einzelnen Übung ausgeführt werden sollten.

Diese Frage ist recht unkompliziert zu beantworten:

Im klassischen Pilates führen wir in der Regeln nur wenige Wiederholungen einer Übung aus. Dies begründet sich damit, dass die Übungen in verschiedenen Rhythmen und Intensitäten ausgeführt werden und sie, vor allem wenn sie korrekt ausgeführt werden, kaum mehr Wiederholungen zu lassen. 

Dies setzt jedoch voraus, das die Teilnehmer die Übungen auch ausreichend beherrschen und konzentriert und präzise arbeiten. 

Aus diesem Grunde bin ich der Meinung, dass die Übungen zunächst von der Intensität (z.B. Hebellänge) so modifiziert werden sollen, dass dem Teinehmer ermöglicht wird, die Übungen zunächst schonend zu Üben. Die Anzahl der Wiederholung soll so hoch sein, dass ausreichend Zeit zum Üben ist, der Lehrende ausreichend Zeit für Anweisungen und Korrekturen hat und somit die Qualität der Bewegungen im Laufe einer Übung von Wiederholung zu Wiederholung zunehmen kann. Bei 8-10 Wiederholungen ist dieS meist nicht gegeben. 

Zu viele Wiederholungen ( in der Regeln mehr als 20) sind nicht sinnvoll und sorgen für zu viel Anspannung und oft Verkrampfung. Ich selbst geben meinen Teilnehmern meist den Hinweis, sie sollen eine Übung so lange üben, wie sie es ohne zu Verkrampfen und ohne zu großen Kraftaufwand schaffen. Danach sollen sie aus lockern und die Übung gegebenenfalls nochmals in einem zweiten Satz probieren. 

Es ist immer eine Grad-Wanderung zwischen den beiden Extremen zu viel und zu wenig. In der Regel beobachte ich jedoch, dass in Pilates Klassen oft zu oft entspannt und gelockert wird (auf Kosten des Flows) und die Intensität leider etwas zu niedrig angesetzt wird. Pilates ist kein Entspannungstraining und keine Wellness. Dennoch müssen Lehrende natürlich immer auch die Voraussetzungen der Teilnehmer (Verspannungen, Einschränkungen, Trainingsstand) berücksichtigen .

Generell sollte ich auch noch anmerken, dass die Anzahl der Wiederholungen auch vom Flow einer Trainingseinheit abhängt. Als Flow bezeichnen wir das fließende Übergehen von einer Übung in die nächste, ohne Pausen dazwischen. Die Übungen sollten dabei in einer sinnvollen Reihenfolge in Serie gesetzt werden, bei der sich die Übungen gegenseitig vorbereiten, ergänzen und / oder ausgleichen. Ein Flow ist nur dann möglich wenn die Anzahl der Wiederholungen nur so hoch ist, dass die nächste Übung nahtlos und ohne Qualitätsverlust möglich ist.

Merke: Qualität für Quantität! Ohne Anstrengung kein Training aber auch keine Überanstrengung und kein falscher Ehrgeiz!

Von Sten Kuth

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